Informationen rund um die Heilpraktikerprüfung

Zulassungsbedingungen für die Heilpraktikerprüfung

  • Mindestalter: 25 Jahre zum Zeitpunkt der Überprüfung
  • Nachweis eines Hauptschulabschlusses bzw. einen gleichwertiger Bildungsnachweises (Abschlusszeugnis)
  • Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
  • Vorlage eines Gesundheitszeugnis: Ärztliches Attest, das geistige und körperliche Gesundheit sowie Drogen- und Suchtfreiheit bescheinigt
  • Bei einigen Gesundheitsämtern: Vorlage eines Lebenslaufes
  • Vorlage einer gültigen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Menschen, die nicht im Besitz eines deutschen Passes sind.
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Beantragung eines Überprüfungstermins beim Gesundheitsamt

Prüfende Behörde ist das Gesundheitsamt. Welches Gesundheitsamt die Überprüfung vornimmt, ist abhängig von dem ersten Wohnsitz. Die Anmeldung erfolgt durch einen formlosen schriftlichen Antrag direkt an das Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt teilt Ihnen nach Eingang des Antrages mit, welche der o.g. Unterlagen Sie zu welchem Zeitpunkt einreichen müssen.

Musteranträge für die Heilpraktikprüfungen finden Sie hier

Antragsformular Heilpraktikerüberprüfung
Die Prüfungsgebühren sind unterschiedlich hoch und liegen zwischen € 350,- bis 600,-, von denen in der Regel die erste Hälfte bei der Anmeldung, die zweite Hälfte nach Bestehen der mündlichen Prüfung entrichten werden muss.

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Die Heilpraktikerprüfung – der Ablauf

Die Heilpraktikerprüfung findet zwei Mal im Jahr statt, jeweils im am 3. Mittwoch im März und am 2. Mittwoch im Oktober. Die Überprüfung besteht aus zwei Teilen: Der zweistündigen schriftlichen Überprüfung anhand von 60 Multiple-Choice-Fragen. Wird dieser Teil bestanden (maximale Fehlerquote von 25% bzw. 15 falsch beantwortete Fragen), teilt Ihnen das Gesundheitsamt automatisch den Termin für die mündliche Überprüfung mit. Zwischen der schriftliche und mündlichen Überprüfung liegt ein Zeitraum von einem bis zu drei Monaten.

Der zweite Teil, die mündliche Prüfung, dauert zwischen 30 – 60 Minuten. Dabei kann das Gesundheitsamt die Prüflinge einzeln oder in einer Kleingruppe (max. 4 Personen) überprüfen.

Die Prüfungskommission besteht in der Regel aus dem/der Amtsarzt/ärztin, einem/r Protokollanten/in und einem oder mehreren Beisitzer/innen (oftmals Heilpraktiker/innen).

Wird einer der beiden Prüfungsteilen nicht bestanden, so muss die gesamte Prüfung wiederholt und die Gebühr erneut entrichtet werden. Die Heilpraktikerprüfung kann beliebig oft wiederholt werden.

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Die Heilpraktikerprüfung – die Inhalte

Notwendig ist eine umfassende medizinische Grundausbildung, wobei gesetzlich nicht festgelegt ist, wie, wo und in welchem Zeitraum diese Kenntnisse erworben werden müssen. Schwerpunkte der Überprüfung sind:

  • Berufs- und Gesetzeskunde, einschließlich der rechtlicher Grenzen von Heilpraktiker/innen
  • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden von Heilpraktiker/innen, einschließlich naturheilkundlicher Verfahren
  • Kenntnisse der allgemeinen Pathologie
  • Grundkenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie der einzelnen Organsysteme
  • Kenntnisse über Ursachen, Klinik, Diagnostik, Therapie sog. Zivilisationserkrankungen, insbesondere von Herz-Kreislauf- und Gefäßkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten, gastrointestinalen Krankheiten, Atemwegserkrankungen, endokrinen, nephrologischen und urogenitalen Erkrankungen, neurologischen und orthopädischen Erkrankungen, psychiatrischen Krankheitsbildern, Infektionskrankheiten und Tumorerkrankungen
  • Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohlicher Zustände
  • Diagnosefindung: Anamnese, körperliche Untersuchung, Funktionstests, Labor, apparative Diagnostik und bildgebende Verfahren
  • Hygiene: Desinfektionsverfahren, Sterilisationsverfahren, Praxishygiene, Hygienemanagement
  • Injektionstechniken, Blutabnahme, Infusionslegung
  • Labor: Interpretation grundlegender und spezifischer Laborwerte
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Themenübersicht – Heilpraktikerprüfungsvorbereitung

  • Allgemeine Pathologie
  • Hämatologie: Blut und blutbildende Organe
  • Immunsystem
  • Gefäßsystem
  • Herz-Kreislauf-System
  • Atemsystem
  • Verdauungssystem: Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse
  • Stoffwechsel
  • Niere und harnableitende Organe
  • Geschlechtsorgane
  • Hormonsystem
  • Nervensystem
  • Psychiatrie
  • Pädiatrie
  • Geriatrie
  • Orthopädie
  • Sinnesorgane
  • Infektionskrankheiten
  • Hygiene
  • Gesetzeskunde
  • Differentialdignostik
  • Notfälle
  • Labor
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